70 Jahre ARGE Krebs: Jubiläumssymposium stellt Zukunft der Krebsversorgung in den Mittelpunkt
8. September 2026Kochworkshop für Patientinnen mit Brustkrebs
29. September 2026„Leben mit und nach Krebs“ – unter diesem Motto hat die Arbeitsgemeinschaft für Krebsbekämpfung am 11. September 2026 ihr 70-jähriges Bestehen gefeiert. Rund 150 Gäste aus Politik, Medizin, Sozialversicherung und Gesundheitswesen kamen im Lichthof der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See in Bochum zusammen, um über die Zukunft der Krebsversorgung und die Rolle der Rehabilitation zu diskutieren.
Seit 70 Jahren steht die ARGE Krebs dafür, dass Kranken- und Rentenversicherung gemeinsam Verantwortung für Menschen mit einer Krebserkrankung übernehmen. Was 1956 als gemeinsames Anliegen der Sozialversicherungsträger begann, ist heute ein etabliertes Modell der onkologischen Rehabilitation in Nordrhein-Westfalen. Das Jubiläum bot deshalb nicht nur Gelegenheit zum Rückblick, sondern vor allem Anlass, nach vorn zu schauen: Wie verändert der medizinische Fortschritt die Versorgung? Wie können die verschiedenen Bereiche besser zusammenwirken? Und welche Rolle spielt Rehabilitation in einer Krebsversorgung, in der Menschen immer länger mit und nach einer Erkrankung leben?
NRW-Gesundheitsminister Laumann: ARGE Krebs ist ein Vorbild
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann würdigte die ARGE Krebs in seiner Keynote als Vorbild für die Zusammenarbeit von Sozialversicherungsträgern. Die Gründer der ARGE Krebs hätten bereits vor 70 Jahren erkannt, wie wichtig es sei, dass Kranken- und Rentenversicherung gemeinsam handeln. Damit seien sie Pioniere gewesen.
Zugleich ging Laumann auf die Situation von Menschen mit einer Krebserkrankung ein. Unterstützung und Gemeinschaft seien gerade in dieser Situation von großer Bedeutung. Reha-Einrichtungen seien dabei Orte, an denen diese Unterstützung konkret geleistet werde.
Medizinischer Fortschritt und ein Gesundheitssystem unter Druck
Univ.-Prof. Dr. Michael Hallek, Direktor des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) Köln, beleuchtete in seinem Fachvortrag „Gesundheitswesen in der Krise“ die aktuellen Herausforderungen des Gesundheitswesens und mögliche Lösungsansätze.
Wie medizinischer Fortschritt bei den Menschen ankommen kann und welche Anforderungen sich daraus für die verschiedenen Bereiche und Schnittstellen der Versorgung ergeben, war anschließend Thema der Podiumsdiskussion. Unter der Leitfrage „Wie gelingt eine integrierte Krebsversorgung unter Berücksichtigung medizinischer Innovation und ökonomischer Realität?“ diskutierten NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, Univ.-Prof. Dr. Michael Hallek, Thomas Keck, Vorstandsvorsitzender der ARGE Krebs und Erster Direktor der Deutschen Rentenversicherung Westfalen, sowie Dirk Ruiss, Vorstandsmitglied der ARGE Krebs und Leiter der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek).
Auch die seelische Gesundheit gehört dazu
Auch die Prävention kam beim Jubiläumssymposium der ARGE Krebs nicht zu kurz. Moderator Doc Esser (Dr. Heinz-Wilhelm Esser), Facharzt für Innere Medizin sowie Fernseh- und Hörfunkmoderator, näherte sich dem Thema aus der Perspektive der seelischen Gesundheit. Er sprach über Resilienz und darüber, wie sich emotionale Stabilität beispielsweise mit einfachen Mitteln wie Dankbarkeit stärken lässt.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen – seit 70 Jahren
Für Thomas Keck, Vorstandsvorsitzender der ARGE Krebs und Erster Direktor der Deutschen Rentenversicherung Westfalen, liegt eine besondere Stärke der ARGE Krebs in der gemeinsamen Verantwortung:
„Was die ARGE Krebs besonders macht, ist die Bereitschaft, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Seit 70 Jahren bringen wir Kranken- und Rentenversicherung sowie die unterschiedlichen Partner in der Krebsversorgung zusammen, damit bei den Betroffenen möglichst schnell und unkompliziert die richtige Unterstützung ankommt.“
Auch Andreas Woggon, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der ARGE Krebs, betonte die konkrete Bedeutung dieser Zusammenarbeit für Menschen mit einer onkologischen Erkrankung. Die ARGE Krebs unterstützt durch Beratung und Steuerung dabei, die passende und in der medizinischen Rehabilitation der jeweiligen Erkrankung erfahrene Rehabilitationseinrichtung zu finden.
70 Jahre Entwicklung in der onkologischen Rehabilitation
Seit ihrer Gründung am 5. April 1956 hat sich die onkologische Rehabilitation grundlegend verändert. Was in den Anfangsjahren unter anderem in ehemaligen Lungensanatorien begann, ist heute ein interdisziplinäres Behandlungskonzept.
Die ARGE Krebs organisiert die medizinische Rehabilitation von Versicherten nach einer Krebserkrankung in Nordrhein-Westfalen. Allein im Jahr 2025 gingen rund 38.000 Anträge auf eine onkologische Rehabilitation bei der ARGE Krebs ein. Rund 68 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten heute in der Geschäftsstelle in Bochum.
Das Jubiläumssymposium hat gezeigt: Nach 70 Jahren ist der Blick der ARGE Krebs nicht nur zurück, sondern vor allem nach vorn gerichtet – auf eine Krebsversorgung, in der medizinischer Fortschritt, gute Zusammenarbeit und die Bedürfnisse der Menschen zusammengehören.







